Editorial

Vor kurzem auf einer Presseveranstaltung. Ein Kollege, Radiomoderator bei einem Lokalsender, kommt auf das Thema MBA. Was die Journalisten da immer schreiben, sei doch völliger Blödsinn, echauffiert er sich. Schließlich sei es völlig egal, wo man einen MBA mache. Kein Unternehmen würde sich dafür interessieren. Hauptsache, man habe den Titel.

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Gespräch mit dem gerade emeritierten Dekan für Betriebswirtschaft einer großen bayerischen Universität. Wird es dort auch einen MBA geben? „Nein, so etwas brauchen wir nicht. Die machen doch nichts als zwei Jahre nur Sachen auswendig lernen."

So viel zum Wissensstand zum Thema MBA. Denn der ist leider immer noch sehr gering. Das gilt für Interessenten ebenso wie für Hochschulen und Unternehmen.

Seit gut 15 Jahren schreibe ich als Journalistin über das Thema MBA. Da gab es Hochs und Tiefs. Ein paar Jahre war der MBA „in", dann wurde er wieder für tot erklärt. Nun boomt der Markt - dank Bologna. Denn endlich passt der Postgraduate-Abschluss auch in unser Bildungssystem.

Längst ist auch der deutsche MBA-Markt völlig unübersichtlich. Ständig tauchen neue Programme auf, viele davon haben außer dem imageträchtigen MBA-Label nicht viel mit einer General-Management-Ausbildung zu tun. Der Wettbewerbsdruck nimmt zu und bei der Vermarktung seines Programms nimmt es mancher Anbieter nicht so genau. Da wird dann schon mal mit Akkreditierungen geworben, die man gar nicht hat. Auch im Bildungsmarkt gelten eben die üblichen Marktgesetze. Aufklärung tut also Not.

MBA CHANNEL möchte daher über den Markt informieren, Hintergründe aufzeigen und Entscheidungshilfen bieten, unabhängig und kritisch.

Viel Spaß beim Lesen

 

 

 

 

Bärbel Schwertfeger

 

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