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Bewerbungsgespräche: Die Schulen scheuen keine Kosten
News Barbara Beirach - 08.03.2010
Da viele Arbeitgeber weniger Stellen besetzen und manche auch kein Reisebudget mehr haben, um direkt auf dem Campus zu rekrutieren, müssen sich die Business Schools etwas einfallen lassen, um ihre Studenten bei der Jobsuche zu unterstützen.
Einige Schulen richten daher komplette Studios ein, um Bewerbungsgespräche via Videokonferenz zu ermöglichen oder bringen ihre Studenten zu den Personalchefs, berichtet das Wall Street Journal. Manche Schulen sind sogar bereit, den Recruitingmanagern die Hotelübernachtung zu bezahlen, nur damit sie auch kommen. „Die Zeiten, in denen unsere Interview-Räume immer ausgebucht waren, sind vorbei“, sagt Sunil Chopra, stellvertretender Dean an der Kellogg School of Management an der Northwestern University in der Nähe von Chicago.
Die neuen Maßnahmen stehen in starkem Kontrast zum traditionellen Rekrutierungsprozess für MBA-Studenten, bei dem die Unternehmen ihre Interviews auf dem Campus führten. Heute hat sich die Zahl der anreisenden Personalmanager nach Auskunft vieler Schulen um 20 Prozent verringert. Laut der Organisation "MBA Career Services Council", die den Arbeitsmarkt beobachtet, melden 79 Prozent der jüngst befragten Business Schools einen Rückgang an Bewerbungsgesprächen auf dem Universitätsgelände.
Eine ganze Reihe von kleineren Schulen, denen die kritische Masse an Absolventen fehlt, um eine große Zahl von Arbeitgebern anzulocken oder auch Schulen, die sich geografisch in einer abgelegenen Gegend befinden, haben die Technik für sich entdeckt. Die Darden School of Business an der University of Virginia und die Johnson School of Business an der Cornell University installierten in ihren Career Centers mittlerweile Ausrüstungen für Videokonferenzen. Die Aufwendungen dafür reichen vom kostenfreien Skype, für das eine simple Webcam reicht, bis hin zu hochwertigem Equipment für Telekonferenzen für 6.000 Dollar und mehr.
Sogar größere Schulen wie die Booth School of Business an der University of Chicago und die Wharton School an der University of Pennsylvania sind auf den Zug aufgesprungen, um ihre Studenten so vielen potenziellen Arbeitgebern wie möglich vorzustellen. Beide Schulen haben einen Vertrag mit InterviewStream, einer Videotechnikfirma abgeschlossen, die für ihren Service zwischen 2.500 und 4.000 Dollar im Jahr verlangt. Der Dienstleister erlaubt es Arbeitgebern unter anderem, Kandidaten direkt zu interviewen oder sie - mittels vor-programmierter Fragen, die die Kandidaten per Video beantworten müssen – zu selektieren. InterviewStream zählt mehr als 50 MBA-Programme zu seinen Kunden und meldet ein Umsatzwachstum von 200 Prozent.
Die Washington University ist sogar noch aktiver beim Marketing ihrer Studenten und veranstaltet regelrechte „Road Shows“ quer durchs Land. Im Januar reisten Studenten in verschiedene Städte, um sich mit Personalexperten zu treffen. Wer an Technologie interessiert war, machte sich auf den Weg nach San Jose zu den Technologieunternehmen des Silicon Valley; wer eher an Unternehmensberatung oder Finanzwirtschaft dachte, flog nach Chicago, wo Unternehmen sitzen wie McKinsey & Co. und Accenture. In der Vergangenheit waren solche Trips immer nur Informationsbesuche. Jetzt sind es regelrechte Bewerbungsrunden mit viel Zeit für Interviews.
Die Tuck School of Business vom Dartmouth College übernimmt sogar die Rechnung für 50 Studenten, die nach Boston und San Francisco reisen, um sich mit Konzernvertretern zu treffen. Rebecca Joffrey, Co-Directorin des Büros für Karriereentwicklung der Tuck School, sagt: „Das ist einfach nur ein anderer Weg um unsere Studenten vor die Nase von Personalleuten zu kriegen.“
Tuck School of Business at Dartmouth
Full-Time MBA
Wharton School of the University of Pennsylvania
Full-Time MBA, Executive MBA
University of Washington Business School
Full-Time MBA
University of Chicago Booth School of Business
Full-Time MBA, Part-Time MBA, Executive MBA
Kellogg School of Management
Full-Time MBA
