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US-Markt: Weniger Interesse von ausländischen Studenten

Große Business Schools in den USA kämpfen mit einem doppelten Rückschlag: Erst kam der Wertverfall ihres Stiftungsvermögens, nun leiden auch ihre Einnahmen, weil sich immer weniger ausländische Studenten einschreiben. Internationale Studenten überlegen es sich derzeit zweimal, ob sie ihr von der Rezession gebeuteltes Kapital für eine Ausbildung an einer prestigeträchtigen westlichen Schule ausgeben sollen, meldet „The Economist“.

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In der Vergangenheit schienen Business Schools ziemlich krisenfest zu sein: Die Bewerberzahlen waren anti-zyklisch, denn viele Studenten nutzten die Zeit auf dem Campus, um schlechte Zeiten auszusitzen und auf wirtschaftlich bessere Zeiten zu hoffen – oder sie nutzten ihre Abfindung für die Schulgebühren. Diese Tage könnten vorbei sein. Das Graduate Management Admissions Council (GMAC) mit Sitz in den USA, das regelmäßig MBA-Absolventen und ihre Arbeitgeber befragt, kam in seiner “Global MBA Graduate Survey” von 2008 zu dem Schluss, dass „Absolventen von Vollzeit- MBA-Programmen außerhalb ihres Heimatlandes den Gesamtwert ihrer Ausbildung niedriger einschätzen als Absolventen, die ein Studium in ihrem eigenen Land absolvierten". Deswegen erwartet das GMAC, dass sich Studenten aus Ländern wie China oder Indien deutlich seltener an amerikanischen Business Schools bewerben werden.


In Europa sieht es besser aus. In der neuen MBA-Klasse der London Business School stammen neun von zehn Studenten nicht aus Großbritannien, 68 Prozent sind vielmehr aus dem restlichen Europa, Asien und Nordamerika. Beim IMD in der Schweiz, einer für ihre Internationalität und Diversity bekannten Schule, studieren insgesamt 90 ausländische Teilnehmer aus 38 Nationen. Diese Zahlen mögen gesund aussehen, aber die Programme wurden schon in 2008 oder noch früher verkauft. Daher fragen sich einige, wie wohl die Zahlen künftig aussehen werden.  


Drei Faktoren bestimmen die Bereitschaft internationaler Studenten, im Ausland zu studieren: Die Möglichkeit, das Studium zu finanzieren, der Arbeitsmarkt und die Verfügbarkeit guter Business Schools in ihrem Heimatland. Die ersten beiden Punkte werden für Amerika immer problematischer: Im Zuge der Krise haben viele US-Banken ein Programm gestoppt, dass es internationalen Studenten erlaubte, sich auch ohne einen amerikanischen Bürgen bis zu 150.000 Dollar zu leihen. Das Fehlen dieser Möglichkeit macht es für ausländische Studenten extrem schwer, ihren Aufenthalt zu finanzieren.
Der Arbeitsmarkt für ausländische Studenten hat sich ebenfalls verschlechtert durch eine Klausel in dem Konjunkturpaket der Regierung zur Bewältigung der Krise. Das verbietet Unternehmen, Ausländer einzustellen, wenn sie staatliche Unterstützung beziehen und unlängst Leute entlassen haben. In der Folge zogen etliche Unternehmen ihre Jobangebote für internationale MBA-Absolventen wieder zurück. Das Resultat ist klar: Wenn im Ausland geborene Studenten nach ihrem Abschluss in den USA nicht dort arbeiten können, werden sich auch weniger für ein Studium einschreiben.


Auch unter diesem Aspekt scheint die Situation in Europa besser zu sein. Jeder, der in Großbritannien einen MBA an einer der auf einer Regierungs-Liste aufgeführten Schulen erwirbt, kann danach mindestens für ein Jahr auch im Land arbeiten. Das alles kann jedoch nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass viele internationale Studenten Nordamerika und Europa nicht mehr als Hort interessanter und lukrativer Jobs sehen. Immer mehr betrachten dagegen ihre eigenen Volkswirtschaften, insbesondere Indien und China, als bessere Option. 


Hinzu kommt die wachsende Reputation der Business Schools außerhalb von Amerika und Europa. Indien und China werden beide bald über Schulen verfügen, die den arrivierten Giganten des Westens ebenbürtig sind. Sie gewinnen zunehmend die Anerkennung durch globale Akkreditierungen und Experten meinen, das mindestens sieben chinesische Schulen in ein paar Jahren zur Elite gehören werden. Daher könnte es durchaus sein, dass die abnehmende Zahl ausländischer Studenten eine langfristige, strukturelle Trendverschiebung ist und nicht nur die Folge kurzfristiger ökonomischer Sorgen. 

www.gmac.com

Stéphane Hess - 06.Sep.09 - 09:56h

Hello,
I think a major root cause has not been discussed in this article: US international politics and behaviour. For many educated and brain using people US has lost its ethical, political and economical leadership due to past decades of questionable national and international politics. Other societies like in Europe seem to get more and more attractive in terms of representing basic democratic and universal values. Think about all these repression like procedures if you want to enter into the US and the permanent feeling of a hostile law, which is clearly separating laws for US citizens versus laws for non US citizens.
I would say that (starting with your words) “The fact is” that the US model which has been very successfull in the past, has degenerated and other areas in the world offer more competitive models. So even if the US have overcome the actual downturn, the loss in attractivness will continue.
Regards

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