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Jobmarkt: Veränderungen für Schulen und Absolventen

Viele Business Schulen klagen über den schlechtesten Stellenmarkt aller Zeiten für ihre Absolventen. „Die Wirtschaftskrise vermindert nicht nur die globale Nachfrage für künftige Überflieger,“ schreibt der britische „Economist“, „sondern lässt auch viele generell am Wert eines MBA-Titels zweifeln, weil einige seiner Träger die fragwürdigen Finanztechniken erfanden, die zum Ausbruch der Krise beigetragen haben.“

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Offenbar schlägt die Rezession, die den Absolventen-Jahrgang 2008 noch einigermaßen verschonte, nun auf die laufenden Klassen voll durch. Unglücklicherweise trifft die sinkende Nachfrage nach MBAs auf ein wachsendes Angebot: Überdurchschnittlich viele Studenten haben sich an den Business Schulen eingeschrieben, auch weil sie eine gute Parkstation für Leute darstellen, die gerade keinen Job finden. In der Folge sorgen sich jetzt viele Studenten, ob sich ihre Bildungsinvestition auch lohnen wird – darunter besonders diejenigen, die für das Studium eine sichere Stelle aufgegeben haben.
 
Die Folgen des Abschwungs treffen Nicht-Amerikaner in den USA besonders hart. Im Zuge der staatlichen Stimulus-Pakete erschwerte es der US-Kongress den heimischen Unternehmen, ausländische Talente einzustellen. Daher hat derzeit nur rund jeder dritte ausländische Student an einer amerikanischen Business Schule schon vor dem Abschluss ein Stellenangebot in der Tasche, 2008 waren es noch 54 Prozent. Gleichzeitig haben 57 Prozent ihrer Klassenkameraden mit amerikanischem Pass eine Stellenofferte vorliegen - und damit nur sieben Prozent weniger als im vergangenen Jahr.

Dennoch wäre es falsch, die jüngste Kritik am Lehrangebot der Schulen mit einer generellen Ablehnung der MBAs gleichzusetzen. In Umfragen sagen nämlich nach wie vor 98 Prozent der Arbeitgeber, dass sie zufrieden sind mit den von ihnen eingestellten MBAs. Im übrigen kriegen MBA-Titelträger nach wie vor leichter einen Job als Leute ohne diesen Titel; die Arbeitgeber bezahlen ihnen rund das Doppelte wie Absolventen mit einem Bachelor und ein Drittel mehr als Kollegen mit einem anderen Master-Titel wie beispielsweise einem Master of Finance.    

Dennoch haben die wirtschaftlichen Verwerfungen natürlich einen Einfluss auf die Branche, sowohl auf der Angebots- als auch auf der Nachfrageseite. Als Antwort auf all die Kritik, dass sie die Krise mit ausgelöst hätten, werden viele Business Schulen ihr Lehrangebot überdenken. Gleichzeitig werden potenzielle MBA-Studenten genauer darauf achten, dass sie für ihr Geld auch einen Gegenwert bekommen. Manche entscheiden sich jetzt gegen die großen Namen unter den Business Schools und schreiben sich bei deren weniger bekannten Rivalen ein. Andere haben die große weite Welt im Blick: Unter amerikanischen MBA-Studenten liegen beispielsweise gerade europäische Angebote schwer im Trend. Dort sind die Kurse kürzer und daher günstiger und außerdem gibt es die internationale Erfahrung gratis mit dazu. Am französischen INSEAD übertrifft die Zahl der amerikanischen Studenten dieses Jahr zum ersten Mal die aller anderen Nationalitäten. 

Gleichzeitig werden sich viele MBAs in Bereichen jenseits der traditionellen Karrierepfade wieder finden. Der CIA beispielsweise ist gerade scharf auf Absolventen mit Wirtschaftskenntnissen. Viele Regierungen sehen in der Rezession eine Chance, Talente einzustellen, die ihnen normalerweise keine Aufmerksamkeit schenken würden. Darunter ist auch die amerikanische Regierung, die gerade 46.000 offene Stellen ausgeschrieben hat. Ähnlich ist die Gemütslage in vielen kleineren Unternehmen, die jetzt Talente aus Business Schulen anheuern, die unter anderen Umständen außerhalb ihrer Preisklasse liegen würden. Das Ergebnis überrascht mit feiner Ironie: Die Wirtschaftskrise mag am Ende den Einfluss der MBA-Absolventen eher noch vergrößern als verkleinern, weil sie jetzt die Chance bekommen, ihre Kenntnisse auch auf neuem Terrain einzusetzen.

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