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Managen wie Jack Welch

Dank einer Zwölf-Millionen-Spende des einst gefeierten Bosses von General Electric Jack Welche gibt es an der Chancellor Universität in Ohio nun einen MBA-Titel vom brandneuen Jack Welch Management Institute.

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Wenn es im Management Rockstars gäbe, wäre Jack Welch der Mick Jagger der Unternehmenswelt. Viele träumen davon, ein glanzvoller Topmanager der legendäre Ex-Chef von General Electric (GE) zu werden – zumindest lesen Tausende seine Kolumne im US-Wirtschaftsmagazin „Business Week”, sehen seine Online-Fernsehshow „It's Everybody's Business" oder folgen ihm auf Twitter. Jetzt können sie ihrem Ziel noch einen Schritt näher rücken: Dank einer Spende ihres Helden von zwölf Millionen Dollar an die Chancellor University in Ohio gibt es nun auch ein MBA-Programm am brandneuen Jack Welch Management Institute (JWMI). Die Einschreibung startet im Herbst 2009.

Noel M. Tichy, der schon General Electrics Leadership Development Center in Crotonville im Staat New York leitete, dient künftig als Dean der neuen Business School. Die verkündet stolz: „Ein einzigartiges Programm verbindet das traditionelle Business-Curriculum mit Jack Welchs innovativer Management-Philosophie und seiner praktischen Erfahrung.” Das Jack Welch Institute wird zwei Postgraduate-Programme anbieten, einen MBA und einen Master of Management. Der Unterricht wird online stattfinden und auf dem Campus der Universität in Cleveland. Der JWMI MBA besteht aus insgesamt zwölf Kursen und wird ungefähr 21.600 Dollar kosten.

Obwohl die Universität ist nicht AACSB-akkreditiert ist und bislang nur Undergraduate-Abschlüsse in Wirtschaft, Recht und Informationstechnologie anbietet, will das Jack Welch Institute klassische Wirtschaftsbildung vermitteln, also Kurse zu allen Themen von Strategie bis hin zu Marketing und Finanzwirtschaft. Außerdem sind zusätzliche Fächer wie Unternehmertum, Personalmanagement, Karriereentwicklung, Kommunikation und Ethik im Angebot. Bisher hält sich die Schule bei den Details noch eher bedeckt, aber eines steht schon fest: Die Klassen werden gespickt sein mit Jack Welchs Ideen zu allen Aspekten des praktischen Wirtschaftslebens.

{title} Welch selber ist begeistert von dem Projekt: „Wir wollen viele Menschen ansprechen, mehr als wir mit nur einer Klasse oder nur einer Schule erreichen könnten. Wir sind von unserer Management-Philosophie und ihrer praktischen Anwendung wirklich überzeugt. Wir wissen, dass sie funktionieren. Wir denken, dass diese Schule mit ihrem frischen Ansatz, der Reichweite und Erreichbarkeit das Potenzial hat, Menschenleben und Organisationen zum Besseren zu verändern.” In den kommenden Monaten werden Welch und Tichy Dozenten rekrutieren und Manager, die im „Fellows Program” als Beiräte und Lehrpersonal dienen. Was sie zu sagen haben, soll „für alle in der ganzen Welt erreichbar sein“. Denn die Kurse werden auch online angeboten.

Die Kritiker bislang waren jedoch weniger begeistert. Das Wirtschaftsmagazin „The Economist” fragt sich beispielsweise, ob der Lehrplan wirklich auf Welchs Managementerfahrungen basieren wird – und was für Lehrinhalte das dann wohl sein werden. Die britische Publikation vermutet, dass es keinen Platz geben wird für den MBA-Eid“, den zahlreiche Absolventen der Harvard Business School diesen Sommer abgelegt haben - gemeint ist das Gelöbnis, der Gesellschaft und nicht der Profit-Maximierung dienen zu wollen. Schließlich wurde Welch nach einer Rede im Jahr 1981 mit dem Titel „Schnell wachsen in einer langsam wachsenden Wirtschaft“ als Initiator der Shareholder-Value-Bewegung bekannt. In seinen aktiven Tagen hatte Welch wenig übrig für Sentimentalitäten: Er verkaufte oder schloss jedes Geschäftsfeld, das es nicht auf Platz eins oder zwei in seiner Branche schaffte – daher auch sein Spitzname “Neutronen-Jack”. Die Analogie mit der Neutronenbombe, die zwar Menschen tötet, aber Bauwerke stehen lässt, verdiente er sich auch, weil er mehr als 100.000 der 411.000 Mitarbeiter feuerte, die bei seinem Amtsantritt für GE arbeiteten.  

Sein eigener Ruf ist intakt, aber seitdem Welch GE verlassen hat, litt das Image des Unternehmens: Der  Marktwert liegt bei kaum 20 Prozent von dem, was der Konzern wert war, als Welch das Zepter abgab. Reflektiert das die schlechte Unternehmensleistung von GE nach seinem Abgang oder vor allem seine großartige Arbeit? Oder ist der Niedergang etwa Folge seines Erbes? Laut „Economist“ sind das ausgezeichnete Fragen für eine Fallstudie im neuen MBA-Programm. 

www.jwmi.com

www.economist.com/businessfinance/displaystory.cfm?story_id=13931070

dave morehouse - 09.Aug.10 - 13:41h

Did he really fire 100,000 employees? On Wiki I read - “Of the 112,000 who left the payroll, 37,000 were in sold businesses, and 81,000 were reduced in continuing businesses. In return, GE had increased its market capital tremendously.”

Can any business be allowed to reduce staff…is the size of the number troubling for critics of Welch…how do you live in that tension of People versus Profits?

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