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Instituto de Empresa: Senkrechtstarter aus Madrid

Das Instituto de Empresa gehört zu den besten MBA-Schulen in Europa. Jetzt will die Akademie in Madrid auch verstärkt Masterprogramme anbieten, die an das Bachelorstudium anschließen.

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Philipp Pausder ist noch völlig erschöpft. Gerade ist er aus Arizona zurückgekommen, wo er gemeinsam mit seinen Kollegen beim Studentenwettbewerb "Thunderbird Sustainable Innovation Summit" den ersten Preis gewonnen hat.

Die Marktstrategie für Johnson & Johnson in Indien, die die vier MBA-Studenten am Instituto de Empresa (IE) in Madrid entwickelt hatten, überzeugte die Jury. "Wir waren das einzige nicht-amerikanische Team", sagt der 31-Jährige und zeigt stolz den Scheck über 20.000 $.

Als er nach einem einjährigen Top-Programm in einer attraktiven europäischen Stadt gesucht habe, sei er schnell auf das IE gestoßen, erzählt Pausder, der davor als Key Account Manager bei Adidas gearbeitet hat. Dabei hat die 1973 von dem adligen Unternehmer Diego del Alcázar y Silvela gegründete Schule einen enormen Aufstieg hingelegt. War das IE vor zehn Jahren außerhalb Spaniens noch weitgehend unbekannt, so gehört es heute zu den international anerkannten Topschulen.

Dabei beschränkt sich die Business-Schule, die über alle drei relevanten internationalen Akkreditierungen verfügt, bisher auf den Postgraduate-Bereich. Derzeit gibt es knapp 1400 Masterstudenten. Allein in den beiden MBA-Vollzeitprogrammen büffeln je 240 Teilnehmer. Der englischsprachige International MBA beginnt einmal im Jahr und dauert 13 Monate. Das zehnmonatige Pendant auf Spanisch startet zweimal jährlich.

300 Alumni im deutschsprachigen Raum

Auch hier kommt die Hälfte der Studenten aus dem Ausland, die größte Gruppe stellen die Mexikaner noch vor den Spaniern. Es folgen die Italiener, Kolumbianer und Deutschen. "Deutschland ist einer der wichtigsten Märkte für uns", sagt David Bach, akademischer Direktor des International MBA. So habe die Schule bereits knapp 300 Alumni im deutschsprachigen Raum.

Allein in diesem Jahr stieg die Zahl der Bewerber für den International MBA um 20 Prozent. Längst platzt die Schule, die auf 17 Gebäude im Botschaftsviertel verteilt ist, aus allen Nähten. Viele zieht der starke Fokus des Programms auf Unternehmertum an. "Etliche kommen mit konkreten Geschäftsideen, schreiben im Studium ihren Businessplan und gründen danach ihr Unternehmen", sagt Dirk Hopfl, Director for International Business Development. So habe ein Österreicher gerade einen virtuellen Handyanbieter gegründet und hole sich auch nach dem Studium noch Rat bei den Professoren.

Gefragt ist auch der International Executive MBA. 80 Prozent der Studenten sind sogenannte Expats wie etwa ein Deutschvenezolaner, der in Japan lebt, oder ein Amerikaner, der in Nigeria arbeitet. Dreimal treffen sich die Teilnehmer während des 13-monatigen Studiums. Am Anfang reisen sie zwei Wochen nach Madrid. Dann arbeiten sie sechs Monate online, bevor sie sich für zwei Wochen in Schanghai treffen und dort ihren im Team erarbeiteten Businessplan präsentieren. Nach weiteren sechs Monaten Onlinestudium geht es zum Abschluss noch mal nach Madrid.

Jeweils dienstags bis freitags gibt es eine Onlinediskussion, bei der die Teilnehmer ihre Fallstudien präsentieren und diskutieren sowie Fragen des Professors beantworten. "Die Arbeitsbelastung ist schon extrem", sagt Gamaliel Martínez Muñoz, Associate Director International Executive MBA. Aber die meisten seien froh, dass sie nicht so viel reisen müssen.

Senkrechtstarter Global MBA

Das ist auch der Grund, warum der Global MBA ein regelrechter Senkrechtstarter ist. "Das war das erste Programm am IE, das gleich mit zwei Klassen pro Jahr und in zwei Sprachen gestartet ist", sagt Alvaro García Soto, Associate Director Global MBA. Selbst die Klasse, die im September startet, sei bereits zu einem Drittel besetzt. Der Unterricht findet nur online statt. Von Montag bis Donnerstag gibt es Onlinediskussionen, und die Teilnehmer müssen den Stoff vorbereiten. Jeden Samstag um elf Uhr folgt eine 90-minütige Videokonferenz.

Zusätzlich gibt es "Community Integration Days", das sind zwei- bis dreitägige Treffen in verschiedenen Städten wie New York, London, München, Santiago oder Bombay. Der Besuch von zweien dieser Veranstaltungen ist Pflicht.

Künftig soll das Onlinelernen auch stärker in das Vollzeitprogramm integriert werden. Ab Herbst wird ein Wahlfach erstmals nur noch online angeboten. Ab 2008 müssen die Studenten ein Onlinewahlfach wählen. "Die Fähigkeit, online zu lernen, ist wichtig für das lebenslange Lernen", sagt MBA-Direktor Bach. Knapp 62 Mio. Euro nahm die Schule im letzten Jahr ein, zwölf Prozent mehr als im Vorjahr. 70 Prozent davon erwirtschaften die insgesamt 22 Master-Programme, 21 Prozent die Managementweiterbildung.

"Wir wollen jetzt stärker in den universitären Bereich einsteigen und auch konsekutive Masterprogramme für Studenten ohne Berufserfahrung anbieten", beschreibt IE-Dekan Santiago Iñiguez die weitere Strategie. Schließlich würden 40 bis 60 Prozent der Bachelorabsolventen vermutlich weiterstudieren. Auch dabei ging die Schule sehr unternehmerisch vor. Sie kaufte sich die private Universität SEK im 75 Kilometer entfernten Segovia. Iñiguez: "Die Neugründung einer Hochschule wäre einfach zu aufwendig und zu langwierig gewesen."

Dieser Artikel ist am 13.April 2007 in der Financial Times Deutschland erschienen.

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