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FH-Worms: Zulassungs-Kapriolen
Business Schools Bärbel Schwertfeger - 04.02.2009
Der geplante MBA in Business Travelmanagement an der Fachhochschule Worms wird verschoben, weil es Probleme mit den Zulassungskriterien gibt und die notwendige Akkreditierung fehlt.
Die "erste akademische Ausbildung im Bereich Geschäftsreise" gerät zur Posse. Im Oktober sollte an der Fachhochschule Worms der Studiengang zum MBA in Business Travelmanagement starten. Dafür hat die Fachhochschule das Institute of Business Travel Studies (IBTS) e.V. ins Leben gerufen, das wiederum zusammen mit dem Verband Deutsches Reisemanagement (VDR) e.V die gemeinnützige "Education in BTM GmbH" gegründet hat- den Träger des neuen Programms.
Das zweijährige Studium soll 48 Präsenztage sowie E-Learning-Module umfassen und 19.600 Euro kosten. "Damit wollen wir die Qualifikation im Geschäftsreise-Bereich professionalisieren", so VDR-Präsident Michael Kirnberger. Ein Bachelor-Abschluss käme nicht infrage, weil man eine höhere Qualifikation als die einer Ausbildung oder einer Fachschule anstrebe. Das Problem sei jedoch, dass viele Travel Manager keinen ersten Hochschulabschluss haben, wie er für ein Master-Studium in der Regel erforderlich ist.
"Wir brauchen daher eine niedrigere Einstiegschwelle", so der VDR-Präsident.
Voraussetzug für das Studium - so meldete der VDR im März - seien daher entweder ein Diplom- oder Bachelor-Abschluss mit zweijähriger Berufserfahrung oder "mindestens fünf Jahre Berufserfahrung in leitender Funktion". Mit der verbandsinternen Fortbildung zum Certified Travel Manager (CTM) genügten auch vier Jahre.
Verschiebung bekannt gegeben
Im Juli wurde dann überraschend die Verschiebung des Studiengangs um ein Jahr bekannt gegeben, da sich "durch eine Änderung der hochschulrechtlichen Rahmenbedingungen neue, erweiterte Möglichkeiten der Zulassung" auch ohne erstes Hochschulstudium ergeben hätten. Das sei in Rheinland-Pfalz aufgrund einer "Höherbewertung praktischer Berufserfahrungen" gesetzlich möglich.
Laut Angaben des Wissenschaftsministeriums gibt es jedoch seit 2003 keine neuen Regelungen. "Aber für uns waren sie neu", erklärt Ewald Brochhausen, Professor in Worms und Mitinitiator des neuen Studiengangs. Zudem gebe es Probleme mit der Bewertung der praktischen Berufserfahrung. So sei nun neben einer siebenjährigen Berufserfahrung auch noch eine "gewisse wissenschaftliche Qualifikation" notwendig, die von den Bewerbern durch eine "kleine Bachelor-Arbeit" erbracht werden könne. Die verbandsinterne Fortbildung zum CTM spiele dagegen keine Rolle mehr bei den Zulassungskriterien.
Hürden für Zulassung verschärft?
Doch nun wird es absurd. Denn Hans-Ingo Biehl, Geschäftsführer der VDR-Sevice GmbH, bestreitet, dass sich die Hürden für die Zulassung damit verschärft haben. Im Gegenteil. Denn die im März verkündete Zulassung ohne ersten Hochschulabschluss wäre ja nur in Ausnahmefällen möglich gewesen. Darauf habe man jedoch nicht hingewiesen. "Wir müssen ja nicht alles schreiben, was im Gesetzestext steht", so Biehl. "Die sollten sich doch erst einmal bewerben."
Erst beim Akkreditierungsprozess durch die Fibaa habe man erfahren, dass man in Rheinland-Pfalz auch im Regelfall Bewerber ohne akademische Vorbildung zulassen könne, erklärt Biehl. Die Akkreditierung ist notwendig, damit das Ministerium den Studiengang überhaupt genehmigt, und dabei wird auch überprüft, ob die Zulassungskriterien konform mit dem jeweiligen Hochschulrecht des Bundeslandes sind. "Wir sind davon ausgegangen, dass die Zulassungskriterien ausreichen, um den Akkreditierungsprozess positiv abzuschließen", erklärt der VDR-Geschäftsführer.
Dass die Akkreditierung abgelehnt wurde, bestreitet Biehl jedoch vehement. Sie sei lediglich ausgesetzt. Und FH-Professor Brochhausen erklärt, man habe die Akkreditierung bisher lediglich beantragt und wolle sie erst vorantreiben, wenn im nächsten Jahr die Re-Akkreditierung der anderen Bachelor- und Masterstudiengänge an FH Worms ansteht. "Wir wollen das als Paket akkreditieren", so Brochhausen.
