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Brauchen Unternehmer wirklich eine Business School?

Die Welt ist voll mit bekannten Unternehmern wie Steve Jobs, Bill Gates und Richard Branson oder Martha Steward. Doch die meisten von ihnen an den Business Schools höchstens mal „eine Rede gehalten“, sinniert der „Economist“. Schließlich glauben viele Praktiker, dass der Impuls, ein Unternehmen zu gründen und zu führen, mehr mit Genetik zu tun habe als mit pädagogischen Leistungen. Eine neue Studie belegt diese bislang eher intuitive Überzeugung.

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Wissenschaftler Scott A. Shane vom Londoner Kings College schreibt in der „New York Times” über die Ergebnisse seiner Forschungsarbeit: „Die Neigung zum Unternehmer ist genetisch bedingt. Wir fanden Hinweise auf Vererbung, egal welchen Indikator für Unternehmertum wir untersuchten: Den Besitz oder das Betreiben eines Unternehmens, die Anzahl der betriebenen Unternehmen, die Zahl der gegründeten Unternehmen, Beteiligungen an Start-up Initiativen oder auch die Jahre der Selbständigkeit. Die Erblichkeit des Unternehmertums taucht übrigens in den verschiedensten Daten auf, nicht nur in unseren eigenen Untersuchungen. Andere Forscher kommen zu denselben Ergebnissen.” Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse werfen am Ende jedoch vor allem eine Frage auf: Wenn einer als Unternehmer geboren ist – wozu braucht er dann noch eine Ausbildung an einer Business School?

Nun, die bekanntesten Schulen für Unternehmensführung behaupten ja auch gar nicht, dass sie Unternehmer "produzieren", sondern nur, dass sie die ihnen angeborenen Fähigkeiten trainieren. Timothy Faley vom Entrepreneurial Institute an Michigans Ross School of Business erklärt das so: „Eine gute Idee reicht einfach nicht. Man muss auch wissen, wie man aus ihr ein gutes  Geschäft macht.”

Seitdem Bill Gates den Computer neu erfand, ist die Welt schließlich deutlich komplexer geworden. Seinerzeit mussten Neugründungen klar umrissene Wachstums-Stufen bewältigen, von der Garage über den lokalen und regionalen Markt bis hin zum internationalen Geschäft. Dank der IT-Revolution können die Start-ups der Gegenwart diese Schritte ganz einfach überspringen und quasi vom Gründungstag an auf den globalen Markt zielen. Dabei gilt es eine Reihe von ganz neuen Herausforderungen zu bestehen.
Laut der für die Ausbildung von Unternehmern bekannten Business School EM LYON in Frankreich, unterstützt gerade die heterogene Natur einer MBA-Klasse heranwachsende Unternehmer auf drei Ebenen: Sie bekommen Anschluss an ein internationales Kontakt-Netzwerk, sie werden auf die Fallen und Chancen vorbereitet, die interkulturelle Zusammenarbeit mit sich bringt und sie bekommen einen Einblick in den unterschiedlichen Ansatz, mit dem in verschiedenen Kulturen rund um den Globus Geschäfte gemacht werden.

Außerdem gibt es ja auch noch „Intrapreneurship”. Schließlich sollte Unternehmertum nicht nur auf kleiner Betriebe beschränkt bleiben, sondern in Organisationen jeder Größe praktiziert werden. Denn viele Unternehmen erstarren vor lauter Bürokratie, wenn sie eine bestimmte Größe überschritten haben. Was gibt es da Besseres, als ein paar ehrgeizige junge Wilde ins Konzernleben zu werfen, um den Laden aufzurütteln? Doch Kritiker meinen: Genau das produziert die Anarchie, die in den letzten Boomjahren zu den Auswüchsen geführt hat. Veronique Bouchard, die im Rahmen des Global Entrepreneurship Programms an der EM LYON unterrichtet, hält diese Auffassung für Unsinn, da Intrapreneurship keineswegs bedeute, die Zügel im Unternehmen an Spielernaturen oder „durchgeknallte Börsenhändler” weiter zu reichen.

Stattdessen müsse es darum gehen, die innovativen Ressourcen, die in jedem gut gehenden Unternehmen zu finden sind, nutzbar zu machen. Dazu braucht es eine Umgebung, die einerseits aufgeschlossen für neue Ideen und Ansätze ist und andererseits über eingebaute Brems- und Kontrollmechanismen verfügt. Unternehmen mit einer solchen Kultur vermeiden die „Gib es aus, solange es da ist“-Haltung, die entsteht, wenn einzelne Mitarbeiter Angst haben, ein überflüssiges Projekt aufzugeben, weil sie fürchten, nie wieder an ein Budget für etwas Neues zu kommen.

Doch um das effektiv umzusetzen, müssten Business Schools nicht nur die hoffnungsfrohen künftigen Intrapreneure ausbilden. Sie sollten vielleicht auch die Unternehmen unterrichten, die sie einstellen. 

boss.blogs.nytimes.com
www.economist.com

Kommentare

Chris Styles - 16.Nov.09 - 22:17h

Can an MBA be of value to an entrepreneur? This was one of the questions we faced when designing the University of Sydney’s new Global EMBA. One of the ways we addressed this is to break out of the silo approach to teaching i.e. teaching marketing, finance etc. in separate classes. Entrepreneurs don’t face discipline-oriented problems, but integrated business problems.  We have therefore structured our program around strategic themes - new opportunity identification, growth and turnaround.  We also believe there is also a need to focus on ‘real world’, messy problems, so we’ve included a series of live consulting projects across 4 continents.  So yes, an MBA can be of value to an entrepreneur if its the right one.

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