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Auf der Suche nach Geldquellen

Wer sorgfältig recherchiert, findet eine Vielzahl finanzieller Unterstützungen für sein MBA-Studium vom Vollstipendium bis zum Bildungsfonds.

Eines der größten Geheimnisse in der Welt der Managementweiterbildung ist die große Zahl und Vielfalt der Voll-Stipendien an den Topschulen, schrieb das amerikanische Wirtschaftsmagazin Business Week vor kurzem und fand allein an der Darden School of Business an der University of Virgina 61 Stipendien für das zweijährige MBA-Studium.

An der Stern an der New York University sind es 42 und an der Columbia Business School und der Harvard Business School jeweils 25. Und das Beste: Die meisten Stipendien sind nicht einmal an besondere Voraussetzungen gebunden. So ließen sich - laut Business Week - locker bis zu 150.000 Dollar sparen - der durchschnittliche Preis für ein zweijähriges Programm an einer Topschule.

Keine Frage, das MBA-Studium an einer führenden Schule, ist eine enorme Investition. Denn zu den Studiengebühren von bis zu 50.000 Euro für ein einjähriges Programm kommen die Kosten für den Lebensunterhalt und der Verdienstausfall. Noch teurer sind die zweijährigen Programme, wie sie vor allem in den USA, aber auch an einigen Topschulen in Europa angeboten werden. Doch davon sollte sich niemand abschrecken lassen.

Finanzielle Unterstützung

Denn wer sorgfältig recherchiert, findet zahlreiche Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung. So gibt es auch an europäischen Schulen meist zahlreiche Stipendien. Zum Beispiel an der spanischen Topschule Esade in Barcelona. MBA-Interessenten mit Marketing-Erfahrung können sich etwa für das "Global Marketing Leadership Scholarship" bewerben. Für Kandidaten, die eine neue Perspektive in die Geschäftswelt einbringen, gibt es das "Unique Perspective Unified Vision Diversity Scholarship" und sogar ein spezielles Stipendium für Deutsche haben die Spanier aufgelegt: "The German Paradigm and the European Impact". Allerdings umfassen alle Stipendien nur einen Teil der Studiengebühren.

Gute Chancen auf eine Geldspritze haben vor allem Frauen. So schreibt die Strategieberatung Booz Allen Hamilton halbjährlich vier Stipendien für Frauen aus. Bewerben können sich Studentinnen, die bereits an einer führenden Business School in Europa oder den USA zugelassen wurden und einen exzellenten Hochschulabschluss, sehr gute analytische Fähigkeiten, Praxiserfahrung und Kommunikationsstärke mitbringen. Das Beratungsunternehmen übernimmt die Studiengebühren im ersten Studienjahr sowie Aufwendungen für Bücher- und Materialien in Höhe von 2.000 Dollar.

Zusätzlich haben die Auserwählten die Möglichkeit, nach Ablauf des ersten Studienjahres als „Summer Associate" Praxiserfahrung in einem der 18 europäischen Booz Allen Hamilton-Büros zu sammeln. Die besten Stipendiatinnen werden auch im zweiten Jahr finanziell unterstützt und erhalten nach erfolgreichem Abschluss das Angebot, als „Associate" bei der Beratung einzusteigen.

Stipendien für Frauen gibt es auch an der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Die von 25 deutschen Unternehmen gegründete Business School ist aber auch sonst äußerst großzügig. So wurden dort 2007 von den insgesamt 37 Studenten sieben von den Sponsor-Unternehmen der Business School finanziert. Die restlichen 30 Studenten erhielten Stipendien in der Gesamthöhe von über 1,1 Millionen Euro. Das sind durchschnittlich 36.666 € pro Student. Der offizielle Preis, den jedoch keiner der Studenten zahlte, liegt bei 50.000 Euro.

Nicht abschrecken lassen

Überhaupt sollte man sich von den offiziell verkündeten Studiengebühren nicht abschrecken lassen. Denn Papier ist geduldig. Was ein MBA-Teilnehmer wirklich zahlen muss, steht auf einer ganz anderen Karte und je dringender eine Schule gute Studenten braucht, desto größer sind die Preisnachlässe. Da gibt es dann die verschiedensten Varianten: Einführungspreise, Basisstipendium für jeden, Frühbucherrabatt und Last-Minute-Schnäppchen. Wer gut feilscht, kann nicht selten einen satten Preisnachlass aushandeln.

Verbrieft ist der Fall einer deutschen Schule, die den Preis schon im ersten Gespräch von 29.000 auf 10.000 Euro senkte. Und für den Rest, so erklärte man dem Bewerber, ließe sich sicher auch noch irgendwo eine Geldquelle finden. Grundsätzlich gilt: Hat eine Schule Interesse an einem Bewerber, findet sich immer auch ein Weg, die finanziellen Probleme zu lösen.

So zeigt sich die Mannheim Business School zwar sparsam, weist ein Interessent mit sehr guten akademischen und beruflichen Leistungen jedoch seinen Unterstützungsbedarf nach, dann steht der Schule dafür ein Geldtopf des Chemiekonzerns BASF zur Verfügung. Besondere Förderung erhalten Bewerber aus Schwellenländern sowie Frauen.

Auch die Gisma Business School kann aus ihrer Stiftung schöpfen. So haben in diesem Jahr etwa 50 Prozent der 73 Vollzeit-Studenten Teilstipendien erhalten. Dazu kommen Stipendien von einzelnen Partner-Unternehmen wie der Deutschen Post. Bis zu fünf Studenten haben zudem die Möglichkeit, als Student-Assistant zu arbeiten und damit einen Teil der Lebenshaltungskosten zu finanzieren. Zudem hat die Gisma gemeinsam mit dem Münchner Anbieter Career Concept einen Bildungsfond aufgelegt, bei dem ausgewählte Bewerber ohne Bürgschaft der Eltern oder Sicherheiten der Bank bis zu 85 Prozent der Studiengebühren als Kredit erhalten.

Bildungsfonds

Die Bildungsfonds von Career Concept stehen aber auch anderen MBA-Studenten offen. Bezahlt werden die Studiengebühren, Kosten für den Lebensunterhalt sowie ein einmaliger Zuschuss für Reise- oder Umzugskosten - allerdings in der Regel nur bis 30.000 Euro. Career Concept finanziert derzeit rund 2000 Studenten, davon sind etwa zehn Prozent MBA-Studenten.

Wer bereits die Zulassung zu einer renommierten Schule vorweisen kann, bekommt den Kredit ohne weitere Prüfung. "Bei unbekannten und neuen Programmen sind wir vorsichtiger", erklärt Rolf Zipf, Vorstand bei Career Concept. "Da schauen wir schon genau, was der Kandidat vorher gemacht hat und welche Zukunftspläne er hat."

Die Rückzahlung beginnt erst mit der ersten Beschäftigung nach dem Abschluss. Ihre Höhe wird vorab anhand der zu erwartenden Verdienstsituation festgelegt. Dabei kann jeder Student selbst entscheiden, ob er lieber einen höheren Prozentsatz und eine kürzere Dauer bevorzugt oder länger bei niedrigeren, monatlichen Zahlungen zahlen möchte. Der große Vorteil gegenüber einem normalen Kredit: Wer arbeitslos wird oder weniger als erwartet verdient, zahlt auch weniger.

Career Concept betreut auch den Festo Bildungsfond, der sich an Studenten im technischen und ingenieurwissenschaftlichen Bereich wendet und auch das MBA-Studium umfasst. Die Besonderheit des von der mittelständischen Unternehmensgruppe im Bereich der Steuerungs- und Automatisierungstechnik aufgelegten Fond ist neben der Bereitstellung finanzieller Mittel auch der Zugang zu einem Netzwerk aus technisch-orientierten Unternehmen und engagierten Professoren.

Auch die Handelshochschule Leipzig (HHL) kooperiert mit Festo. So kürt der Festo-Bildungsfond jedes Jahr die zehn Prozent besten Ingenieur-Absolventen an ausgewählten europäischen Universitäten. Bewirbt sich einer davon an der HHL, werden ihm 50 Prozent der Studiengebühren erlassen. Der Rest wird über den Bildungsfond finanziert. Insgesamt erhält rund ein Fünftel der HHL-Studenten Unterstützung. Zudem hat die Schule eine Vereinbarung mit der Sparkasse Leipzig getroffen, die Studenten auf Wunsch einen Kredit gewährt. Fast alle Schulen bieten diese Form der Finanzierung mit lokalen Banken an.

Wann amortisieren sich Kosten?

Ob und wann sich die Kosten für ein MBA-Studium amortisieren, lässt sich nicht so einfach beantworten. Dabei sollte man aber nicht den Fehler zu machen, zu sehr auf die Höhe der Studiengebühren zu achten und die Reputation der Schule vernachlässigen. Natürlich ist das Studium an einer deutschen Fachhochschule deutlich preiswerter als ein Studium an einer führenden europäischen Business School. Doch erstens bezahlt man dabei auch den in der Regel sehr umfangreichen Karriereservice und den Zugang zum Alumni-Netzwerk mit. Und zweitens gleichen die in der Regel höheren Gehaltssteigerungen das höhere Investment meist schnell wieder aus.

Dabei geht es vielen MBA-Absolventen letztlich nicht nur um das Geld, sondern vor allem um ihre besseren Karrieremöglichkeiten. So war es auch bei Dominik Heer. Rund 90.000 Euro hat der 34jährige insgesamt für sein zweijähriges MBA-Studium in Barcelona bezahlt und dafür seine Ersparnisse geopfert und einen Kredit aufgenommen. "Durch das Studium habe ich den Einstieg in den Investmentbereich geschafft", erzählt der Wirtschaftsanwalt, der heute als Vice President bei einem Münchner Private-Equity-Unternehmen arbeitet. Rund zwei Jahre hat es gedauerte, bis seine Schulden abbezahlt hatte. Sein Fazit: "Ich würde es jederzeit wieder machen."

 

Jess - 21.Jul.10 - 21:06h

Ich kann vor den Bildungsfonds der Career-Concept nur jeden Studenten warnen!! Geht zur Bank, fragt die Eltern… alles besser als Career-Concept. Mein Förderdarlehen lag bei lediglich Euro 8,000 und ich zahle nun seit mehreren Jahren jeden Monat ca. 4% meines Bruttoeinkommens plus zusätzliche Gebühr für die Lebensversicherung!! Das ganze satte 72 Monate lang bei einem Zinssatz von 15% p.a.!!! Damit ist meine Rückzahlung auf satte Euro 15,800 angeschwollen. Bei jeder Bank fährt man besser.

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